Schutzraum und Bunkerbau

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Inhaltsverzeichnis

Unterkunft & Schutzraum

Schutzraum und Bunkerbau, Luft- und Wasserver- sowie -entsorgung, Tipps gegen Bunkerkoller, soweit nicht unter Punkt Psychologie abgehandelt

Sauerstoffversorgung in geschlossenen Räumen

(Schutzraum)

Von allen für den Menschen lebensnotwendigen Stoffen ist Sauerstoff der unmittelbar wichtigste. Bei Sauerstoffmangel kommt es schon nach den ersten Minuten zu Schäden im Gehirn, nach wenigen weitern Minuten tritt der Tod ein. Im Durchschnitt (bei mäßiger Bewegung) atmet ein Mensch 20 Liter Luft pro Minute. Der benötigte Sauerstoff macht davon rund 21 % aus. Die ausgeatmete Luft enthält immer noch etwa 16 % Sauerstoff. Ein vollständiges Leeratmen der Luft ist durch den minimalen Partialdruck des Sauerstoffs in den Arterien nicht möglich. In (völliger) Ruhe benötigt ein Erwachsener pro Minute nur 250 bis 300 ml reinen Sauerstoff, das entspricht einem Luftvolumen zwischen 4 und 6 Liter.

Wenn ein Raum groß genug ist, enthält er ausreichend Sauerstoff, um die Atmung über Tage hinweg zu ermöglichen. Im Idealfall (Insassen sind gesund und verhalten sich völlig ruhig, kein Feuer) würde eine Person zwischen 17,1 und 25,8 m/3 unverbauten Luftraum benötigen, um drei Tage zu überleben. Ist dieses Verhältnis bei kleinen Räumen mit vielen Personen nicht gegeben, muss darüber hinaus Sauerstoff zugeführt werden.

Dieses geschieht normalerweise durch eine (mit Muskelkraft betriebene) Filteranlage. Ist das beim Einsatz chemischer Kampfstoffe, bei Großbränden oder bei vulkanischen Emissionen nicht möglich, stellt die einzige praktikable Lösung die Verwendung von Sauerstoff-Druckflaschen dar.

Ein weiteres Problem muss beachtet werden: In einem luftdicht abgeschlossenen Schutzraum sinkt der Sauerstoffspiegel mit der Zeit, während der Kohlendioxidspiegel steigt. Letzteres beeinträchtigt die Atmung bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem noch ausreichend Sauerstoff zum Atmen vorhanden wäre. Eine Zufuhr von reinem Sauerstoff allein ist daher nicht ausreichend; das Kohlendioxid muss chemisch gebunden werden, um einer Vergiftung vorzubeugen.

In Situationen, in denen keine Außenluft zugeführt werden darf (Sauerstoff verzehrende Großbrände, vulkanische Emissionen) oder kann (Schutzraumfilter vorhanden), gelten folgende Regel für das Luftsparen, die Bindung von Kohlendioxid und die Zufuhr von Sauerstoff: Keine Kerzen verwenden, sondern chemische Lichtquellen Nicht kochen und nicht rauchen Die Anwesenden sollen sich möglichst wenig bewegen, wenig reden und wenig essen. Aus einer gemieteten und sehr gut vertäuten Sauerstoff-Druckflasche mit einem Druckminderer führt man hin und wieder Sauerstoff zu. (oder kontinuierlich mit einem Flussventil. Vorsicht beim Hantieren mit Sauerstoff!) Dabei kontrolliert man mit einem empfindlichen Barometer, dass der Überdruck im Raum nicht zu groß wird. Ein geringer Überdruck ist vorteilhaft, weil er das Eindringen von Schadstoffen in den Raum verhindert. Ein zu großer Überdruck führt zu Sauerstoffverlust. Aufgerechnet auf 3 Tage beträgt der Mindestverbrauch 1188 Liter Lauerstoff pro Person. Eine 50 Liter fassende Flasche mit 200 bar Druck enthält rund 10000 Liter, reicht also für eine kleine Familie völlig aus, zumal dr Raum selbst ja zu Beginn schon Sauerstoff für zumindest einige Stunden enthält. Gelöschter Weißkalk wird mit Wasser zu einem dickflüssigen Brei verrührt. Pro Person werden ca. 2 m/2 des Schutzraumes mit dem Kalkanstrich getüncht. Dieser Anstrich absorbiert einen Teil des entstehenden Kohlendioxids. Blaue Lippen sind ein Anzeichen für Sauerstoffmangel, rote Lippen zeigen eine Kohlendioxidvergiftung an. Akute Lebensgefahr! Nur wenn es gar nicht mehr anders geht, über die Luftfilteranlage (notfalls Fensterspalt) vorsichtig Außenluft zuführen.

Autor: Röde Orm

Kleine Ergänzung:

Zur Bindung von CO2

Ein Mensch erzeugt in Ruhe pro Stunde ca. 12 Liter CO2. Diese lassen sich binden mit ca. 30Gr Ätznatron. Ätznatron (NaOH) kostet ca. DM 200,- für 100kg. Es ist Perlenförmig (staubt nicht) und Wasser anziehend (muss nicht extra befeuchtet werden). Reaktionswärme sorgt für Temperaturanstieg von ca. 1-2 Grad. Sollte großflächig ausgelegt werden, weil es wg. Schichtbildung eine möglichst große Wirkfläche braucht.

Autor: Röde Orm

Kleine Anmerkung von Otto aus dem Proph-Forum:

Gerade das mit dem Kalkmörtel an der Wand ist leider falsch! Ich habe das damals aus der Broschüre:"Über die Luftverhältnisse in Luftschutzräumen in Verbindung mit Grobsandfiltern" von Dr.Dr.H Dählmann,Dr.H.Eisenbarth , Dr.W.Mielenz und Dr.G.Stampe und Dr.F.Bangert übernommen und in einem einfachen Selbsttest nachgeprüft:in meinem Schutzraum ließ ich fast 5 kg CO2 aus einer Flasche einstömen,mit Ventllatoren gut duchmischt,habe ich 3 Stunden lang den CO2 Gehalt der Luft gemessen-und er ging so rapide nach unten,daß ich meinte mich den Autoren anschließen zu können! Aber nach 1999 habe ich dann in einem Plastikfaß von 300 Liter Inhalt den Versuch wiederholt- und dann ging garnichts!!! Es war der Beton(damals 4 Jahre alt) der das CO2 so stark gebunden hat!!! Das habe ich dann mit verschiedenen Betonplatten und Betonrandsteinen nachgewiesen. Also bitte beachten : Kalkmörtel an der Wand klappt nicht (vielleicht wenn er fast vollständig ausgetrocknet ist (auch frische Betonteile nehmen kein CO2 auf , erst nach ca 5-6 Tagen!) Ergänzung von Otto :

Ätznatrium kann man heute leider nicht mehr im Chemikalien-Großhandel kaufen wie vor ca 6 Jahren ! Beim Einzelhandel empfehle ich ein Angebot einzuholen ! Mein Händler hat mir vor 3 Monaten folgendes Angebot gemacht : 1 Sack Ätznatron (Mikroperlen 1-2 mm groß) 50 Euro (2 Euro pro kg) 12 Sack (300kg) " 360 Euro ( 1,2Euro/kg ) 40 Sack /1000kg) " 950 Euro (0,95 Euro/kg) ab 50 Euro Warenwert ! kostenlose Anlieferung!!! wichtig wegen neuen Sicherheits-Vorschriften !

Zu den Sauerstoff-Preisen : 50 Liter Eigentumsflasche mit 200 bar Inhalt = 10.000 Liter Sauerstoff einschließlich Versand (mit praktischer Minipalette zur liegenden Lagerung der Flasche im Keller-was liegt kann nicht umfallen!) bei E Bay gesteigert ab ca 150 Euro ! (unter "Sauerstoff* je 1mal pro Woche)

Auch Weißkalk läßt sich zur CO2-Bindung verwenden , wer genaueres wissen will mailt mich an ! Mache gerade Versuche mit"Kalkmörtel" bzw. "Zementmischungen" als Säcke aus dem Baumarkt.

Zum Aufbau :Es gibt 2 Scheiben! zuerst ausdrucken und auf Pappe aufkleben oder mit Laminiergerät laminieren! dann ausschneiden und in den Scheibenmitten aufbohren(3mm),dann mit Briefklammer so zusammenstecken,daß unten die große Scheibe,darüber die mittlere und oben die kleine Scheibe ist. große Scheibe zeigt Dosisleistung in rem/h bzw. Dosis in Rem (100rem= 1 Sievert) mittlere Scheibe zeigt Zeit (15 Minuten bis 120 Tage) kleine Scheibe zeigt Zeit (15 Minuten bis unendlich) Die mittlere Scheibe ist leider etwas kontrastreich geworden,daher beachten: dunkle Balken werden begrenzt (von links nach rechts) 8h-5h , 3h-2h , 1,5h-1,25h , 1h-50min , Rest unnötig!Wichtig ist der schlechtsichtbare Pfeil bei 1h! Zur Anwendung: 1.Messung der Gammadosisleistung z.B.in einem Kellerraum (Schutzfaktor sei 100) man mißt die Zeit nach der "Erschütterung" (die spürt man selbst bei "schwachen" Bomben noch zig km weit!). Nach 3 Stunden Anzeige 1,0rem/h = echt 100rem/h! man bringt 100 auf der großen Scheibe zur Deckung mit 3h auf mittlerer Scheibe. nach 4 Stunden Anzeige 1,5r/h =echt 150r/h! man bringt 150 zur Deckung mit 4 auf mittlerer Scheibe. nach 5 Stunden Anzeige 1,3r/h =echt 130r/h ! man bringt 130 zur Deckung mit 5 . nach 8 Stunden Anzeige 0,8r/h =echt 80r/h ! 80 zur Deckung mit 8 . Erste Feststellung: bei 1Std.findet man 1000 rem/h das ist die Bezugsdosisleistung! Zweite Feststellung: Explosionsort ca 3 "Stunden" entfernt also ca 50-80 km ! also keine direkten Bombenwirkungen (Brand,Druckwelle,Primärstrahlung) Dritte Feststellung: Es war eine bodennahe Explosion mit Fall-out! Vierte Feststellung: Wohl eine Bombe im Mt Bereich (1-2Mt)! Fünfte Feststellung:In einem Keller mit Schutzfaktor 100 besteht keine Lebensgefahr, die Strahlendosis,die man im Keller in den nächsten 14 Tagen aufnehmen wird liegt unter 25 rem (0,25Sv) und hat keinerlei kurzfristige medizinische Wirkungen. Wenn man nach 14 Tagen den Keller verläßt , hat es außen noch eine Dosisleistung von 1 r/h ! Entweder Evakuieren (senkrecht zur damaligen Windrichtung kann man nach 5-10 km auf Gebiete kommen mit deutlich geringerer Dosisleistung! Oder nur kurzzeitig im Freien aufhalten ! Wichtig ! Man sollte von seinem Kellerraum grob den Schutzfaktor abschätzen! Liegt er mit der Kellerdecke unter Bodenniveau, ist das Haus nicht freistehend und die Kellerdecke massiv und darüber eine feste Massivdecke und wenige Fenster,dann kann man mit Schutzfaktor 100 rechnen!Dazu später weitere Überlegungen. Die Gesamtdosis erhält man :kleinste Scheibe einstellen auf "Anfangszeit der Bestrahlung"(unterhalb 10h auf mittlerer Scheibe). dann auf gesuchten Zeitraum gehen(z.B.14 Tage) und über dunkle Balken auf große Scheibe übertragen! Beispiel:Bezugsdosisleistung 1000rem/h (1000 außen und 1h Mitte zur Deckung bringen) Anfangszeit sei 1 Tag (Pfeil Anfangszeit Mitte mit 1 Tag innen zur Deckung bringen)Ergebnis:nach 10 Tagen hätte man im Freien 1000rem(10Sv) Strahlendosis aufgenommen (absolut freier ebener Standort ohne Häuser,...)absolut tödlich! nach 1 Jahr hätte man im Freien ca 1900 rem (19Sv) aufgenommen,nach 10 Jahren ca 2200 rem (22Sv). Aber das sind theoretische Werte! 1.Niemand steht absolut frei ! Schon ein Nachbarhaus oder eine Mauer verringert die Gamma-Strahlendosis,welche ja über viele 100te Meter weit wirkt! 2.In einer Wohnung Schutzfaktor 5-20 ist die Dosisleistung entsprechend niedriger,in mehrstöckigen Häusern kann der Schutzfaktor bis über 100 liegen! 3.Fall-out wird durch Regen oder Menschen weggewaschen (Kanalisation) dadurch sinkt deutlich die Dosisleistung!Er verschwindet auch im Boden (Tschernobyl) dadurch zwar geringere Dosisleistung aber Gefahr durch Nahrungsmittel! Alles weiter folgt.

Autor: Gruß Otto

Letzte Änderung: 26.4.2005 10:29:50 - Autor: Schwimmer - Letzter Autor: Röde Orm

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