Penner-Tonne

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

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http://www.survivalforum.ch/forum/showthread.php?p=45007#post45007

Ich gebe zu, dass der Arbeitstitel Penner-Tonne eigentlich schlecht gewählt ist. Es handelt sich hierbei um eine Weiterentwicklung des Rocket-Stove, der wiederum eine Weiterentwicklung des Germanenherd ist.

Wie in Besonderheit dieses MediaWikis Absatz: Selbstverpflichtung zu lesen ist, werden viele Dinge, die im survival-mediawiki veröffentlicht werden, selbst ausprobiert und nachgebaut.

Da ich schon vor der Veröffentlichung des Artikels Rocket-Stove einen Raketenherd oder auf Mitteldeutsch Gartenherd haben wollte, lag es nahe, irgendwann einmal sich selbst so etwas zu bauen.

Pennertonne

Woher kommt die Bezeichnung Pennertonne? Als einer meiner Nachbarn meine Wenigkeit beim Werkeln erwischt hatte, meinte er: Was baust du denn da schon wieder? ... Aaah, eine Pennertonne ;)...

Der Unterschied zwischen einem Raketenherd und einer Pennertonne liegt aber auf der Hand.

Eine Pennertonne ist eigentlich nichts anderes als eine Mülltonne, in die im unteren Bereich ein paar Luftlöcher geschlagen wurden, um eine bessere Verbrennung zu gewährleisten. Die Weiterentwicklung wären die Gartentonne bzw. Feuertonne Siehe: Skizze [2] in der Holzabfälle & Müll verbrannt werden können.

Dazu werden in den Seiten schmale Schlitze mit einem Winkelschleifer "geflext" und nach innen gebogen, sodass darauf der zurechtgeschnittene ehemalige Fassdeckel Siehe: Skizze [3] gelegt werden kann.

Daraus entsteht dann ein Riesen-Hoboofen.

Der Raketenherd Siehe: Skizze [1] ist technisch schon etwas aufwendiger. Er besteht aus 2 feuerfesten Ofenrohren und einem Knie. Durch den geringeren Raum und den extremen Kamineffekt werden sehr hohe Verbrennungstemperaturen erreicht. Dies gewährleistet eine recht saubere Verbrennung des Holzes. Da alle Rauchgase fast komplett verbrannt werden und sich die Hitze auf einem Punkt konzentriert wird, benötigt dieser Gartenherd relativ wenig Brennstoff.

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Technik und Aufbau

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Was wird für diesen Raketenherd benötigt?

Material:

  • Ein Fass
  • 2 feuerfeste Ofenrohre (mind. 160mm Durchmesser)
  • ein Ofenrohr - Knie
  • ein passender Grill
  • 3 Schrauben nebst Muttern
  • 3 Hacken nebst Muttern
  • etwas Gartendraht (Eisen bzw. Stahldraht)

Werkzeuge:

  • Eine Bohrmaschine einschl. passende Bohrer
  • ein Winkelschleifer mit Trennscheibe
  • Eisenschere bzw. Metallschere
  • Feilen
  • Zollstock & Anreißnadel
  • ein mittlerer Anschlagwinkel
  • ein großer schwerer und ein mittlerer Hammer zum Körnen
  • ein Körner

Wie bei vielen anderen Bauanleitungen lasse ich die genauen Maße absichtlich weg, da ich jedem die Freiheit lassen will, z.B. welche Fassgröße er oder sie verwenden will und kann.

Es ist darauf zu achten, dass man genau misst und lieber 2mal messen, als sich einmal zu verbohren oder zu verschneiden.

Das Loch für das "untere" Ofenrohr

Das Ofenrohr hält man an der gewünschten Stelle an und reißt den Umriss an. Man bohrt 2 bis 3 Löcher in die Mitte und schneidet vorsichtig mit einer Metallschere bis zur "Markierung". Man sollte sich langsam herantasten und immer wieder das Rohr ansetzen und prüfen, wo noch etwas mehr geschnitten werden muss.

Das Rohr sollte so stramm wie möglich passen, um eine gewisse Stabilität gewährleisten zu können. Hat man halbwegs sauber gearbeitet, hält das untere Ofenrohr das Knie und das obere Ofenrohr von allein fest in Position.

Befestigung des Grills

Der Grill stammt von einem billigen Dreibein, den man seiner Zeit für wenig Geld kaufen konnte. Der Grill hat 3 Ösen an denen seiner Zeit die Ketten befestigt wurden. Es liegt auf der Hand, diese Ösen zur Befestigung zu nutzen.

Wenn man nur einen Zollstock besitzt, ist es schwierig, Rundungen bzw. den Umfang abzumessen. Man kann sich mit einer Schnur behelfen und legt diese einmal um das Fass. Dann misst man an der Schnur den Umfang mit dem Zollstock (oder auch Gliedermaßstab) ab und teilt ihn durch 3.

Dieses Maß wird auf die Schur übertragen (einen Knoten gemacht :) und wird auf das Fass übertragen. Ich nahm einfach die Schweißnaht des Fasses und maß einmal nach links, einmal nach rechts ab. Zur Kontrolle wurde nochmals der Abstand der linken und der rechten Markierung nachgemessen.

Hierbei kommt es nicht auf einen Millimeter an. Aber je genauer umso besser.

Mit einem Anschlagwinkel werden an den Markierungen 3 lange Striche nach unten gezeichnet, die nicht nur für die Grillbefestigung, sondern auch für die Befestigung des oberen Ofenrohres dienen.

Befestigung des "oberen" Ofenrohrs

bzw. wie ich es nenne, die Transportsicherung.

Obwohl das untere Ofenrohr (der Brennraum), das Knie, sowie das obere Rohr fest sitzen, wird dieses mit einfachem Gartendraht (dünnem Stahldraht) gesichert. Dieser Draht wird einfach an 3 Haken befestigt, die an den zuvor genannten Markierungen befestigt werden.

Allein der stramme Sitz des unteren Rohrs und die Abspannung mittels dünnem Stahldraht bieten ausreichende Befestigung.

Diese Befestigung wird aus dem Grund nötig, weil die - bei anderen Raketenherden übliche - Befüllung mit Sand oder Erde fehlt.

Dieser Herd sollte nicht zu schwer sein und transportabel bleiben.

Man hätte zwar mineralische, isolierende Schüttungen (Vulkangestein, Proton o.ä.) verwenden können. Aber leider habe ich keinen Händler gefunden, der mir dieses Material für einen akzeptablen Preis verkaufen konnte.

"Lackieren" bzw. "Dekoration"

Schwarz Matt

Die ursprüngliche Idee, das Fass mit roten und weißen Quadraten zu dekorieren, musste ich in Anbetracht der hohen Temperaturen (über 100 °C) verwerfen. Aus diesem Grund kam Hochtemperaturfarbe (Schwarzmatt), die als Auspufffarbe verwendet wird, zum Einsatz. Diese hält laut Packung max. 600 °C aus und ist für diesen Zweck schon fast ideal.

Um sicher zu gehen, dass die Oberfläche zu 100% öl- & fettfrei ist, wurde die gesamte Oberfläche mit Spiritus abgerieben.

Im Nachhinein könnte ich behaupten, dass ich den Rest der rauen leicht rostigen Oberfläche absichtlich erhalten habe, um der Oberfläche eine interessante Textur zu geben. Dem ist nicht so. Dies ist meiner Faulheit und Zeitmangel zu verdanken.

Es wäre besser gewesen die Oberfläche zu glätten, wie sich später herausgestellt hat. (Ober man verwendet gleich ein nicht so verrostetes Fass ;).

Warnstreifen

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Ein rein schwarzes Fass ist langweilig. Also ein wenig Dekoration.

Da das Fass im Betrieb doch etwas heiß wird, hatte ich die blendende Idee, dieses mit Warnstreifen zu versehen. Dazu klebt man alles gut ab, das nicht gelb werden soll und wartet, bis die Farbe halb getrocknet ist.

Leider deckt Gelb nur schlecht auf schwarzer Hintergrundfarbe und allein für die Warnstreifen benötigt man eine Dose Sprühfarbe.

An dieser Stelle ärgerte ich mich über meine eigene Faulheit, weil ich das Fass vorher nicht entrostet hatte und die Farbe unter das Klebband geraten ist.

Geht gerade so... beim nächsten Mal besser....

Bild rechts: Abziehen des Bandes. Gut zu sehen: die Abspannhaken und die "Grillschrauben".

Beschriftung

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Ein mattschwarzes Fass mit Warnstreifen schaut schon interessant aus. Damit jeder weiß, was es darstellen soll, muss noch eine Beschriftung her.

Dazu bietet sich eine Army-Schriftart an, wie man sie vom der TV-Serie A-Team kennt. Eine Schriftart, die wohl für die US Armee entwickelt wurde, um ihre Munitionskisten zu kennzeichnen. Etwas cool schaut sie auch aus und ist als, ich nenne sie mal "Durchschlagsschrift" (Schablonen) konzipiert worden.

Dazu lädt man sich diese Schriftart aus dem Netz herunter und installiert sie auf seinem Betriebssystem. Mit einem Präsentationsprogramm (Powerpoint oder mit Open Office) wird dann der Text entwickelt, der auf die Tonne soll. (Interessant auch für Vorratskisten & Tonnen). Es stellt sich heraus, dass normales Druckerpapier nur bedingt geeignet ist. Etwas stärkeres Urkundenpapier ist schon fast ideal. Wenn man die Schablone öfters benötigt könnte man den Ausdruck vor dem Ausschneiden noch Laminieren.

Das Ausschneiden

Ein Skalpell oder ein feines Cuttermesser sind dafür am besten geeignet. Optimal ist es, erst alle Geraden herauszuschneiden und mit einer spitzen Nagelschere Ecken und Rundungen nachzuarbeiten. Wer geschickt ist, kann alles mit einem Skalpell in einem Durchgang schneiden.

Beschriften

Auch hier gilt: Alles sauber abkleben, was nicht weiß werden soll.

Die Farbe: Weiß Matt deckt fantastisch und benötigt max. 2 Durchgänge.

Der Kochtopf

Wem dieser Kochtopf bekannt vorkommt, liegt goldrichtig. Er ist mein großer Outdoorkochtopf, den ich beim Projekt Germanenherd & Abkochen größerer Mengen Wasser verwendet hatte.

Da er auch etwas ordentlicher ausschauen soll, habe ich ihn ebenfalls mit der gleichen mattschwarzen Farbe wie den Raketenherd versehen.

Bilder bauen

So kann man ein gutes Gesamtbild erzielen, das einfach nur gut ausschaut.

Die große Bratpfanne

Da ich ein Fass inklusive Deckel bekommen hatte, lag es auf der Hand, den Deckel weiter zu nutzen. Dazu brennt man mit Hilfe des Herds die vorhandene Farbe herunter soweit es geht.

Es stellte sich nach einigen Versuchen heraus, dass ein Winkelschleifer mit einer Polierscheibe aus Sandpapier das beste Werkzeug ist, um den Deckel in eine glänzende Bratpfanne zu verwandeln.

Im Augenblick überlege ich noch, ob ich weitere Befestigungsmöglichkeiten an dieser Megabratpfanne anbringen soll oder nicht...

Nach dem Polieren muss die Oberfläche sofort mit Pflanzenöl behandelt werden, weil die blanke Oberfläche innerhalb von wenigen Stunden sofort Flugrost ansetzt.

Anheizen

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Auch das Anheizen und der Betrieb des Herdes muss gelernt sein. Es stellt sich heraus, dass trockene Äste mit einem Durchmesser von 2 bis max. 5 cm für den Betrieb solch eines Herdes am besten geeignet sind.

Man kann die Gasfackel sehr lange halten und die Verbrennung ist recht sauber.

Anheizphase Bild 1 bis 3

  • Erst kommt nur Rauch, der immer dichter wird
  • wenige Flammen mit Rauch
  • nach ein paar Minuten (Zeit nicht gestoppt) verschwindet der Rauch und die Verbrennung wird immer sauberer

Im Gegensatz zum Germanenherd benötigt dieser Herd tatsächlich wesentlich weniger Brennstoff, um einen großen Topf mit Wasser zum Kochen zu bringen.

Wenn dieser Gartenherd optimal brennt, verursacht er ein leises fauchendes Geräusch.

Es muss nicht immer "Volldampf " sein. Er bringt auch bei wenig "Verbrennung" (Bild siehe rechts) ausreichend Hitze, um darauf zu kochen.

Kochen & Braten auf dem Gartenherd

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Autor: André Pohle

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