Karte Kompass Höhenmesser

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Inhaltsverzeichnis

Karte

Kartenquali.jpg

Landkarten sind das wichtigste Werkzeug der Orientierung, daher sollen sie auch ausführlich besprochen werden. Für uns relevante Karten unterscheiden sich in Bezug auf folgende Eigenschaften:

Kartentyp
Es gibt topographische, also wirklichkeitstreue, Karten, topologische die weniger genau sind (z.B. Autoatlanten), und thematische und sonstige Karten die überhaupt nichts mehr mit der Realiltät zu tun haben. Wir wollen immer wenn dies möglich ist topographische (z.B. Wanderkarten) verwenden.
Maßstab
Karten die zu ungenau sind (z.B. eine Weltkarte) nützen uns in der Orientierung natürlich nichts. Ein typischer Maßstab wäre z.B. 1:50000 was bedeutet das ein Meter in der Karte 50000 Metern in der Natur entspricht. Andersherum entspricht ein Zentimeter in der Karte einem halben Kilometer. Oder 1 Kilometer im Gelände entspricht 2 cm auf der Karte. Vernünftige Karten für uns bewegen sich im Bereich von 1:25000 bis 1:75000
Aktualität
Die Realität verändert sich, daher können Karten natürlich veraltet sein. Insbesondere Bebauungen ändern sich schnell, also bei älteren Karten ein wenig aufpassen. Die Berge bleiben meistens da wo sie sind. Wegen der Missweisung empfiehlt es sich eine maximal 10 Jahre alte Karte zu benutzen, oder zuvor beim Landesvermessungsamt nach der aktuellen Missweisung zu fragen.
Qualität
Karten werden häufig einfach beim Drucken vergrößert, um aus einer 1:50000 eine 1:25000 zu machen. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache! Im Bild sieht man von oben nach unten ein "hochkopierte" Karte im Maßstab 1:35000, darunter eine schon deutlich bessere Karte desselben Herausgebers im Maßstab 1:50000 und ganz unten im Maßstab 1:25000 eine extrem fein aufgelöste Karte eines anderen Herausgebers. Auf dieser ist wirklich jeder Stein vermerkt!

Mit diesen Anhaltspunkten sollte es uns gelingen eine passende Karte für unser Unterfangen zu finden. Karten kauft man übrigens bei größeren Buchhändlern, in Trekkinggeschäften oder Spezialgeschäften wenn es sich um seltenere Karten (Ausland etc) handelt.

Wenn wir uns diese Karte nun ansehen werden wir einige Grundlegende Elemente entdecken:

Informationen zur Karte
Maßstab, Jahr der letzten Aktualisierung und Herausgeber sollten auf jeder Karte veremrkt sein.
Gitter und Nordpfeil
Im Zweifelsfall ist "oben" Norden, und die Seiten des Kartenbildes (nicht des -blattes!) in Nord-Süd bzw. Ost-West Richtung.Daher besser eine Karte mit (Gauß-Krüger-) Gitternetz anschaffen, sofern man mit dem Kompaß unterwegs ist.
Legende
Die auf der Karte verwendeten Symbole sollten am Kartenrand erklärt sein.
Maps.png

Schlußendlich wollen wir uns noch einem wichtigen Merkmal topografischer Karten zuwenden, das eine wenig genauer erklärt werden sollte: den Höhenlinien. Höhenlinien sind auf den meisten Karten in Braun eingetragen (siehe Bild oben), und dienen dazu sich eine räumliche Vorstellung der Umgebung zu machen, daher sind sie nur dann nützlich, wenn es auch entsprechend bergig ist. Eine Höhenlinie markiert alle Punkte auf der Karte die auf derselben Höhe liegen (siehe Bild). Wer schwierigkeiten hat sich das vorzustellen, kann sich das anhand einer Kartoffel veranschaulichen. Diese wird erst halbiert (jetzt haben wir unseren Berg), und dann mit einem Hobel in dünne Scheiben geschnitte. Diese werden dann von unten nach oben auf ein Blatt gelegt und mit einem Stift der Umriß markiert. Das Resultat ist dann ein Höhenlinienbild der halben Kartoffel. Möchte man auch wirklich sichergehen, dass es sich bei der Kartoffel um einen Berg handelt (und nicht etwa um ein Tal) betrachtet man dazu die Fallstriche, zeigen sie nach außen handelt es sich um einen Berg (und umgekehrt) Die Höhenlinienzahlen zeigen zudem mit ihren Füßen in abfallende Richtung.

Der Abstand der Höhenlininen variiert von Karte zu Katze und ist in der Legende vermerkt. Auf den meisten Karten sind auch ab und zu die absoluten Höhen als Zahl auf den Höhenlinien vermerkt. Zusammen mit anderen eingezeichneten Höhen (Gipfeln etc) kann man sich dann schon ein ganz gutes Bild machen. Indirekt verraten die Höhenlinien auch etwas über die Steilheit des Geländes: sind sie dicht beieinander ist es steiler als an Stellen, wo die Höhenlinien weiter voneinander entfernt sind. Und schlußendlich verraten sie uns auch etwas über die Steigung eines Weges: geht der Weg auf der Karte parallel zu den Höhenlinien, so ist er recht flach. geht er hingegen senkrecht zu den Höhenlinien so ist er so Steil wie das Gelände an der Stelle eben ist.

Kartenmaßstäbe

1: 5.000 (1 cm = 50 m)
1:10.000 (1 cm = 100 m)
1:25.000 (1 cm = 250 m)
1:50.000 (1 cm = 500 m)
1:100.000 (1 cm = 1 km)
1:200.000 (1 cm = 2 km)
1:300.000 (1 cm = 3 km)
1:500.000 (1 cm = 5 km)

1: 1 Million (1 cm = 10 km)
1: 2 Millionen (1 cm = 20 km)
1: 5 Millionen (1 cm = 50 km)
1:10 Millionen (1 cm = 100 km)
1:20 Millionen (1 cm = 200 km)
1:30 Millionen (1 cm = 300 km)
1:50 Millionen (1 cm = 500 km)

Beispiele

Maßstab 1: 100 000 bedeutet, daß 1 cm auf der Karte 100.000 cm = 1 km in der Natur entsprechen. Oder 1 km in der Natur entspricht 1 cm auf der Karte.
Maßstab 1: 50 000 bedeutet, daß 1 cm auf der Karte 50.000 cm = 500 m in der Natur entsprechen. Oder 1 km in der Natur entsprechen 2 cm auf der Karte.
Maßstab 1: 25 000 bedeutet, daß 1 cm auf der Karte 25.000 cm = 250 m in der Natur entsprechen. Oder 1 km in der Natur entsprechen 4 cm auf der Karte.

Siehe: Umrechnungsgrafiken

Hoehenlinien.png

Kompass

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Ein Kompass in der einfachsten Ausführung macht nicht viel außer anzuzeigen wo Norden ist. Das ist zwar schon einmal nicht schlecht, aber es geht noch deutlich besser: Ein vernünftiger Kompass erlaubt es den Winkel zwischen einer bestimmten Richtung und Norden zu messen (Peilen), und ebenso den Winkel zwischen zwei beliebigen Linien (etwa auf der Karte) zu bestimmen. Mit diesen beiden Methoden können wir , wie später noch erklärt wird, so ziemlich alles was wir inder Orientierung machen wollen auch durchführen.

Ein guter Kompass besteht aus einer Kompassdose in der die Nadel in einer Flüssigkeit gedämpft aufgehängt ist. Diese Dose muß gegen den Kompass selber verdrehbar sein und der Winkel zwischen Dose und Kompass ablesbar sein. Die Einteilung ist üblicherweise 360°, aber es gibt auch Kompanden mit 400er Einteilung. Das war mal eine vereinfachung für die Deppen in der Armee und gehört in den Müll. Die Unterseite der Kompassdose sollte durchsichtig sein und optimalerweise Linien parallel zur Nord-Südrichtung der Dose haben, sowie eine Markierung die es erlaubt beim verdrehen der Dose schnell zu sehen ob deren Nord-Südrichtung mit der Nadel übereinstimmt. Üblicherweise sind das kleine markierungen zwischen denen die Kompassnadel zum liegen kommt. Schlußendlich braucht ein Kompass noch eine Visiereinrichtung mit der es möglich ist gleichzeitig ein Merkmal genau anzupeilen und den Kompass zu bedienen und abzulesen. Meistens ist das ein über oder unter dem Kompass ausklappbarer Spiegel. Natürlich gibt es eine ganze Menge verschiedener Kompasstypen, daher gilt das hier nicht in allen Fällen. Aber die Grundprinzipien sind immer dieselben, der Rest steht dann in der Anleitung eures Kompasses.

Obwohl es auch andere Kompasstypen gibt werden wir es normalerweise mit einem magnetkompass zu tun haben, was eine Reihe von einschränkungen bedeutet: Erstens richtet sich die Nadel nicht nach dem tatsächlichen Nordpol aus, sondern nach dem magnetischen. Dieser liegt ein wenig vom tatsächlichen entfernt, schon alleine deshalb ist ein Magnetkompass in Polnähe unbrauchbar. Außerdem folgt das Magnetfeld leider nicht immer der Nord-Südrichtung sondern weist gewisse abweichungen auf (die Deklination). Diese ist an manchen Stellen der Erde relativ groß (bis zu 30°), in Mitteleuropa beträgt sie Allerdings nur bis zu 5°, was an genauigkeit für unsere Zwecke vollkommen ausreicht. Die Linien des Magnetfeldes sind ausserdem auch nicht immer parallel zur Erdoberfläche. manche Kompasse können damit besser umgehen als andere (dies ist z.B. in Australien wichtig), aber spätestens in Polnähe (wo die feldlinien ja senkrecht zur Erdoberfläche stehen) versagen sie auch. Fazit: in Mitteleuropa kommen wir mit unserem Kompass gut zurecht, wenn es in fernere Länder geht muß man sich vorher schlau machen. Schlußendlich hat die Tatsache dass wir mit magnetischen Kompassen hantieren noch eine weitere Konsequenz, unabhängig davon woa uf der Welt wir uns befinden: Metallobjekte (Autos, Züge, Messer) und elektrische geräte (Stromleitungen, Motoren) stören die Magnetfelder, daher müssen wir uns beim arbeiten mit dem Kompass von solchen Dingen fernhalten. Echte Magente können einen Kompass auch dauerhaft verstellen, also sollten diese nicht nahe an einem Kompass gelagert werden. Dies betrifft auch andere Kompasse, Lautsprecher usw. Übrigens kann man solche Störenden gegenstände hervorragend mit dem Kompass selber finden! In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur Genauigkeit: auch wenn es mit dem einen oder anderen Kompass möglich ist auf das Grad genau zu Peilen, soll man sich keinen Illusionen hingeben: durch Mißweisung, Meßfehler und die Genauigkeit bei der Kartenarbeit können wir in unserem Anwendungsfall mit einer Ungenauigkeit von etwa 5° rechnen, was in der Praxis aber auch noch kein Problem darstellt.

Eine der Aufgaben mit dem Kompass ist das Peilen. Dabei wird bei den meisten Kompassen der anzupeilende Punkte über eine Art Kimme und Korn ins Visier genommen und gleichzeitig der Kompass über einen Spiegel beobachtet. Dann wird die Kompassdose solange gedreht bis deren Nord-Südrichtung mit der Nadel übereinstimmt (markierungen auf dem Dosenboden). Nun kann der Kompass heruntergenommen und sogar verdreht werden, die ursprüngliche Peilrichtung ist jetzt der Winkel zwischen der Kompassdose und dem Kompassgehäuse und kann an der entsprechenden Skala bequem abgelesen werden. Achtung: wird der Kompass nicht waagrecht gehalten kann die Nadel festhängen und so falsche Ergebnisse entstehen.

Um die gepeilte Richtung nun in die Karte zu übertragen dreht amn die Kompassdose auf den entsprechenden Wert (bzw lässt sie nach dem Peilen einfach da), und legt den Kompass auf die Karte. Die Kompassdose richtet ihr nun nach der Nord-Südrichtung der Karte aus. Dies könnt ihr entweder mit den parallelen Linien der Kompassdose und dem Gitter der Karte machen, oder wenn die Karte eingenordet ist indem ihr den Kompass solange dreht bis dei Kompassdose wieder mit der Nadel übereinstimmt. Der Kompass selber zeigt nun auf der Karte in die gepeilte Richtung und ihr könnt mittels der Seite des Kompasses (häufig eine art Lineal) eine Linie ziehen.

natürlich geht das auch umgekehrt: den Kompass auf die Karte legen und die Dose nach der Nord-Südrichtung der Karte ausrichten, und dann den Kompass relativ zur Kompassdose drehen bis er auf der Karte in die richtige Richtung zeigt. Nun könnt ihr den Kompass nehmen und solange drehen bis die Dose mit der Nadel übereinstimmt, und schon zeigt der Kompass selber in die gewünschte Marschrichtung. Dann könnt ihr euch mittels der Peileinrichtung einen Punkt in dieser Richtung suchen den ihr nicht so leicht aus den Augen verliert und der möglichst weit weg ist, und einfach auf diesen zugehen.

Das klappt aber nicht mehr, wenn dazwischen der Wegpunkt unsichtbar wird (anderer Berg davor, Wald dazwischen). Dann braucht Ihr die Marschzahl. Da kommen dann wieder die "Deppen" von der Armee ins Spiel. Ob Euer Kompass nun einen gläsernen Boden hat oder nicht ist für'n Pilz. Nordet Eure Karte ganz normal ein. Dann ermittelt Euer Ziel. Nun merkt Ihr Euch die Zahl, die auf euer Ziel weist. Nähere Ziele sind besser geeignet. Mit einem Auge auf dem Kompass findet Ihr nun Euren Weg. Wenn Ihr diesen nun noch markiert könnt Ihr einfach zum letzten Punkt gehen, an dem Euer Weg noch stimmte, Euch dann in Richtung Ziel weiter auf den Weg machen. So kommt man auch dann noch zurecht, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht oder durch die Wüste möchte.

Zum Thema Kompassabweichung hilft dieser Link bestimmt weiter.

Höhenmesser

Hoehenmesser-web.jpg

Zumindestens in bergigen Gegenden ist der Höhenesser, oder auch Altimeter, neben Karte und Kompass eines der wichtigsten Orientierungswerkzeuge. Wie der Name schon sagt zeigt dieses Gerät die aktuelle Höhe über dem Meeresspiegel an und gibt dem Benutzer so zusammen mit einer Karte mit Höhenlinien einen weiteren Anhaltspunkt über die aktuelle Position. Gerade bei Bergwanderungen können sie auch schnell und zuverlässig eine Aussage über das Fortkommen machen, da dort häufig ohnehin nur in Höhenmetern gerechnet wird (Wieviele habe ich schon geschafft, wieviele fehlen noch). Das Prinzip der schneidenden Linien gilt auch beim Höhenmesser, daher wird er in flacherem Gelände schnell nutzlos.

Typen

Der klassische Höhenmesser (im Bild) ist ein mechanisches Barometer das den Luftdruck misst und so die Höhe ermittelt. Dies geht nur relativ, das bedeutet der Höhenmesser muss regelmäßig (im Tal, an Hütten etc) wieder korrekt eingestellt werden. Da es sich um ein Barometer handelt ist der Höhenmesser anfällig für Druckschwankungen wie sie z.B. von extremen Wetterlagen ausgelöst werden und zeigt dann falsche Werte. Dieser Umstand kann aber auch nützlich sein da man so unter Umständen ein aufziehendes Gewitter frühzeitig erkennen kann. Der Höhenmesser zeigt also bei schönem Wetter(Hochdruck) zu geringe Höhen an und bei schlechtem Wetter (Tiefdruck) zu hohe Höhenangaben. Mechanische Höhenmesser diesen Typs sind wegen der hohen nötigen Präzision relativ teuer, brauchen dafür aber keine Batterien und halten (bei entsprechender Sorgfalt) ein Leben lang.

Nach demselben Prinzip funktionieren auch Digitale Höhenmesser. Allerdings haben diese häufig die Möglichkeit den Höhenverlauf über die Zeit aufzuzeichenen sowie minima und maxima festzuhalten. Die Möglichkeit diese Geräte digital statt mechanisch zu kompensieren und zu kallibrieren macht sie häufig billiger als die klassischen Vertreter, und auch kleiner so dass sie z.B. in Armbanduhren eingebaut werden können. Vorsicht ist bei der Genauigkeit geboten: wie immer sagt die Anzahl der Kommastellen auf einem Display nicht notwendigerweise etwas über die Meßgenauigkeit aus!

Prinzipiell lässt sich die Höhe auch per GPS-Satellit absolut bestimmen, was den Vorteil hätte das kein Nachstellen an bekannten Orten mehr nötig ist, und dass das Gerät unabhängig von der Wetterlage ist. Im Moment ist die Genauigkeit des zivilen GPS-Signals aber noch nicht hoch genug um dies vernünftig nützen zu können, mache GPS-Geräte bieten diese Funktion aber trotzdem mit an.


Autor: Robert

Quelle: http://www.schlauesbuch.de

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